Die Holding ist das meistgenannte und am schlechtesten verstandene Instrument der Steuergestaltung. Sie wirkt stark, aber nur unter Bedingungen und nur, wenn sie früh genug steht.
Verkauft ein Unternehmer seine GmbH direkt, wird der Gewinn beim ihm besteuert. Verkauft eine Holding dieselben Anteile, bleiben im Ergebnis 95 Prozent unversteuert in der Holding, und der volle Betrag steht für Reinvestitionen zur Verfügung.
Die Steuer ist damit nicht erlassen, sondern aufgeschoben: Sobald die Holding an den Gesellschafter ausschüttet, wird nachversteuert. Der Vorteil liegt im Zinseffekt und in der Wahlfreiheit über den Zeitpunkt.
Sie lohnt sich, wenn ein Verkauf denkbar ist, wenn Gewinne aus mehreren Gesellschaften gebündelt und reinvestiert werden sollen oder wenn operatives Risiko und Vermögen getrennt gehören.
Sie lohnt sich nicht, wenn der Gesellschafter den Gewinn ohnehin privat verbrauchen will. Dann erzeugt die zusätzliche Ebene nur Kosten für Buchführung, Abschluss und Erklärungen, ohne dass der Aufschub je genutzt wird.
Werden bestehende Anteile in eine Holding eingebracht, geschieht das regelmäßig zu Buchwerten und damit steuerneutral. Der Preis ist eine Sperrfrist von sieben Jahren: Wird innerhalb dieser Zeit verkauft, wird der Einbringungsgewinn anteilig nachversteuert, abschmelzend um ein Siebtel pro Jahr.
Wer also einen Verkauf in zwei Jahren erwartet, holt nur einen Teil des Vorteils. Wer die Struktur aufsetzt, bevor Wert entsteht, holt ihn ganz. Das ist der eigentliche Grund, warum die Holding ein Thema für den Anfang ist und nicht für das Ende.

Eine Holding ist kein Trick. Sie ist die Ebene, auf der Gewinne bleiben können, statt sofort besteuert zu werden.
Zu rechnen ist mit den Kosten einer zweiten Gesellschaft: Buchführung, Jahresabschluss, Erklärungen und Offenlegung. Das muss der erwartete Vorteil tragen.
Fünf Prozent des Gewinns gelten pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben und unterliegen damit der Besteuerung auf Ebene der Holding.
In aller Regel nicht. Ohne echte Substanz und Geschäftsleitung vor Ort entstehen Risiken, die den Vorteil übersteigen.
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